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4 Kriterien regeln den Einsatz von Low-Code-Apps

Low-Code und No-Code gelten als Gamechanger. Von einer Revolution kann zwar noch keine Rede sein, aber die Nutzung steigt kontinuierlich. Beide Konzepte haben allerdings Grenzen und Risiken. Der IT-Dienstleister Consol nennt vier Kriterien für den sicheren Einsatz.

Low-Code
Quelle: ©gorodenkoff | istockphoto.com

Die zentralen Vorteile der Low-Code- und No-Code-Konzepte sind der geringere Programmieraufwand, der niedrigere Know-how-Bedarf und die kürzeren Entwicklungszyklen. Auch wenn beide Methoden auf den Citizen Developer aus dem Fachbereich abzielen, sollte die Plattformeinführung nicht allein in den Händen von Fachabteilungen liegen. Dies kann schnell zu Risiken und Inkonsistenzen führen. So besteht die Gefahr, dass lokale Insellösungen entstehen, die nicht mehr umfassend der Verantwortlichkeit der IT unterliegen und die gegebenenfalls auch Sicherheitsrisiken mit sich bringen. Insellösungen verursachen zudem oft organisatorische und prozessuale Probleme, wenn etwa verschiedene Systeme stand-alone agieren und dadurch viele dezentrale Datenpools entstehen – mit teilweise duplizierten, redundanten oder inkonsistenten Datenbeständen.

Für einen adäquaten und sicheren Einsatz empfiehlt Consol deshalb vier konkrete Maßnahmen:

1. Anwendungsfälle definieren

Die Entscheidung zwischen No-Code und Low-Code hängt immer von den Einsatzbereichen ab. Insbesondere No-Code-Applikationen stoßen häufig schnell an ihre Grenzen, wenn es um komplexe Integrationen oder die Vernetzung mit Drittsystemen geht. Da diese Applikationen auf Standard-Toolsets basieren, ist es oft schwierig, kundenspezifische und vom Standard abweichende funktionale Anforderungen zu erfüllen. Folglich eignet sich die No-Code-Nutzung nur für relativ einfache Anwendungsfälle. Mit Low-Code-Tools hingegen können Nutzer auch komplexe, technische und fachliche Aufgaben mit einem geringen Programmieraufwand erledigen. Dies betrifft etwa die flexible anforderungsspezifische Anpassung von Prozessen, Businesslogik und Datenmodellen oder die Interaktion und den Datenaustausch mit Drittsystemen im Unternehmen.

2. Einkauf durch die IT-Abteilung steuern

Der Einkauf von No-Code- oder Low-Code-Lösungen sollte immer mit der Einbeziehung der Unternehmens-IT erfolgen. Nur so ist gewährleistet, dass die Entwicklungsumgebungen im Einklang mit der gesamten IT-Strategie eines Unternehmens stehen und keine Silo-Lösungen entstehen. Die IT-Abteilung stellt zudem sicher, dass die Plattformen den Security-Richtlinien und Datenschutzvorgaben des Unternehmens entsprechen.

3. Das erforderliche Know-how aufbauen

Zur Betreuung der Low-Code- und No-Code-Systeme braucht es qualifiziertes Personal. Unternehmen müssen daher Verantwortliche zur fachlichen Betreuung der Applikationen festlegen. Dies erfordert Schulungen und Weiterbildung, um die nötigen fachlichen Skills zu erlangen. Unternehmen können abwägen, ob sie interne Ressourcen aufbauen oder ob sie lieber externe Leistungen nach Bedarf einkaufen.

4. Betreuung der Systeme sicherstellen

Mit Low-Code- und No-Code-Plattformen können Fachabteilungen neue Lösungen autark und agil erstellen und anpassen. Dies darf aber nicht bedeuten, dass sie völlig unabhängig agieren. Die IT-Abteilung bleibt schließlich für die Wartung, regelmäßige Updates oder den Support der Plattformen verantwortlich. Es bedeutet auch, dass die IT eine ausreichende Kenntnis der Systeme besitzen muss.

„Gerade Low-Code-Plattformen besitzen ein hohes Potenzial für die schnelle Entwicklung und Adaption von Applikationen“, erklärt Kai Hinke, Leiter Consol CM Software bei Consol. „Allerdings sollten Unternehmen sie nicht ungeprüft ohne Einbindung in die zentrale IT-Strategie einsetzen, um eine optimale Nutzung und Vermeidung von Sicherheitsrisiken zu gewährleisten.“ Ausschließlich auf Low-Code-Entwicklung zu setzen, sei kein gangbarer Weg: „Die Individualentwicklung wird auch weiterhin bei sehr komplexen und kundenspezifischen Anwendungsfällen das Mittel der Wahl bleiben.“ Jürgen Frisch

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