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SAP umgarnt Entwickler mit Gratis-Kontingenten

Vereinfachung von Systemerweiterung, Datenanalyse und Integration – so will SAP-CTO Jürgen Müller Entwickler begeistern. Kontingente zur kostenlosen Nutzung sollen die Akzeptanz der SAP-Technologie hochtreiben.

IoT Produktion
Quelle: vinzstudio | Adobe Stock

Die SAP-Entwicklermesse TechEd begann mit einem Eingeständnis von Chief Technology Officer und SAP-Board-Mitglied Jürgen Müller: „SAP war in der Vergangenheit nicht besonders entwicklerfreundlich aufgestellt. Das wollen wir künftig ändern. Mehrere Initiativen helfen dabei, neue Applikationen schneller zu erstellen, bestehende Systeme zu erweitern und Integrationsszenarien ohne großen Aufwand zu erstellen.“ Zur TechEd, die in diesem Jahr Corona-bedingt ausschließlich online stattfand, hatten sich mehr als 60.000 Teilnehmer registriert.

60.000 Teilnehmer haben sich für die SAP-Entwicklerkonferenz TechEd registriert, die in diesem Jahr Corona-bedingt ausschließlich online stattfand.

Die Business Technology Plattform fungiert als Klammer

Die Basis für alle Entwicklungen und Erweiterungen von SAP-Systemen ist die Business Technology Platform. Müller sieht darin das Herzstück der intelligenten Suite, der SAP Industry Cloud sowie aller Business-Netzwerke der SAP. Die Business Technology Platform umfasse ein Portfolio von Lösungen für Datenhaltung, Analytics, Applikationsentwicklung und Integration.

Angesichts der Corona-Krise, die Lieferketten sprengt und Finanzströme versiegen lässt, seien für Unternehmen schnelle Anpassungen ihrer Lösungen von der Warenwirtschaft über die Logistik bis hin zum Controlling nötig. Damit Entwickler SAP-Umgebungen künftig einfacher als bisher erweitern und Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführen können, stellt Müller drei Handlungsfelder heraus: Extensibility, also funktionale Erweiterungen, Data to Value, also die Analyse von Daten, um daraus Mehrwert für das Business zu generieren und die enge Integration von Systemen und Datenquellen.

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Von ABAP über Enterprise Messaging bis hin zu Low Code

Geht es um die funktionale Erweiterung einer SAP-Landschaft, wollen viele Unternehmen dabei am liebsten das Kernsystem stabil halten. Mit sogenannten Side-by-Side-Extensions ist laut Müller genau das möglich. Ein technischer Hebel dazu sei das auch als ‚Steampunk‘ bekannte Cloud Platform ABAP Environment. „ABAP ist nach wie vor einer der zentralen Bausteine beim Entwickeln von Anwendungen für das intelligente Unternehmen. SAP schützt alle bisherigen Investments in diese Programmiersprache und bringt ABAP in die Cloud.“ Die jüngste Version des Cloud Platform ABAP Environment ist Multi-Tenancy-fähig, wie der SAP-CTO erläutert: „Unternehmen können künftig mehrere Tenants mit einer gemeinsamen Code-Basis in einer einzigen Steampunk-Instanz betreiben. Das senkt die Kosten für ABAP-Deployments.“

Als Alternative zu ABAP können Entwickler mit einem Know-how in Cloud-nativer Technologie SAP-Applikationen auch mittels Enterprise Messaging erweitern. Möglich ist dies nicht nur für SAP S/4HANA und SAP Success Factors, sondern auch für klassische SAP ECC-Systeme (Enterprise Core Component). Die mittels Enterprise Messaging erstellten Erweiterungen laufen auch in künftigen SAP S/4HANA-Systemen und sind daher zukunftsfähig. Als eine weitere Variante der Entwicklung propagierte Müller die Programmierung aus dem Baukasten, im Fachjargon Low Code oder No Code genannt. Anwender sollen dabei Applikationen mit wenigen Mausklicks verändern, ohne dafür Code zu schreiben.

SAP HANA Cloud bindet Daten von Amazon S3 ein

Geht es darum, Daten in Business-Einsichten zu verwandeln, kommt SAP HANA Cloud zu Einsatz. Damit lassen sich On-Premise-Systeme von SAP S/4HANA auch mit Datenquellen von Drittanbietern wie beispielsweise Amazon S3 verbinden. Über die Data Lake Erweiterung kann SAP HANA Cloud Petabytes an Daten analysieren. Business-Anwender können ihre Daten visualisieren und auswerten, indem sie SAP HANA Cloud mit der SAP Analytics Cloud verknüpfen.

Das dritte Handlungsfeld für Entwickler sieht Müller in der Integration. Das One Domain Model soll als Lingua Franca für die intelligente Suite die Integration für Spezialisten, Ad-hoc-Integratoren und Business-Anwender vereinfachen: „Mit dem One Master Data Model und SAP Cloud Platform Master Integration lassen sich Systeme und Daten out of the box holistisch verknüpfen. Die Integration zwischen SAP-Komponenten ist dabei kostenfrei.“ Über den API Business Hub, einen zentralen Katalog für Schnittstellen in Sachen Erweiterung und Integration, lassen sich laut Müller derartige Systemverknüpfungen mit wenigen Mausklicks erstellen.

Gemeinsames Datenmodell für alle Business-Objekte

Das One Domain Model ist ein gemeinsames Datenmodell für alle Business-Objekte. Als eines der ersten Business-Objekte wird aktuell der Geschäftsprozess Recruit-to-Retire abgedeckt, also der Zyklus von Mitarbeitern von der Einstellung über die Beförderung bis zur Kündigung oder der Rente. Weitere Business-Objekte für andere Geschäftsprozesse sollen folgen.

Um die Akzeptanz der hauseigenen Integrationslösung hochzutreiben, bietet SAP im kommenden Jahr ein kostenloses Nutzungskontingent für die SAP Cloud Platform an. Entwickler können sich in einem einzigen Account mit Integrations- und Erweiterungsszenarien vertraut machen, diese entwickeln und implementieren. Der Wegfall der zeitlichen Beschränkungen für Testsysteme soll es Anwendern ermöglichen, ihre Projekte in den produktiven Betrieb zu überführen, ohne dabei Inhalte neu zu erstellen. Als Zwischenschritt auf dem Weg zu einem kostenlosen Kontingent hat SAP das Testangebot für die SAP Cloud Platform von drei auf nun zwölf Monate erweitert. Jürgen Frisch

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