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80 Prozent hierzulande schätzen mobiles Arbeiten

Nach Ansicht von 80 Prozent der deutschen Arbeitnehmer verbessert mobiles Arbeiten die Work-Life-Balance. Das geht aus einer Umfrage des Human-Resource-Dienstleisters SD Worx unter 4.371 Unternehmen in Europa hervor.

Quelle: ElenaMist | www.istockphoto.com

Work-Life-Balance: Mehr Zeit für Familie, Freunde, Sport oder andere Hobbies – das verbindet spätestens seit der Pandemie ein Großteil der deutschen Arbeitnehmer mit mobilem Arbeiten. Zunehmend entwickelt sich diese Arbeitsform zu einem der beliebtesten Benefits unter Mitarbeitern. Unternehmen sind daher gut beraten, die Herausforderungen im Zusammenhang mit diesem Thema zu analysieren, um auf dem Arbeitsmarkt für Talente interessant zu bleiben.

Im Februar und März dieses Jahres hat der Human-Resource-Dienstleister SD Worx eine Studie durchgeführt, die sich mit der Frage beschäftigt, wie europäische Arbeitgeber Mitarbeiter gewinnen. Im Fokus stand die Frage, was Arbeitnehmer bei einem Arbeitgeber als attraktiv einschätzen und wie Arbeitgeber versuchen, diesen Forderungen gerecht zu werden. Für die Umfrage wurden 4.371 Unternehmen aus Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Spanien, dem Vereinigten Königreich, Schweden und der Schweiz befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ für die jeweiligen lokalen Arbeitsmärkte.

Mehr Produktivität dank Flexibilität

Als Ergebnis liefert die Studie sieben Puzzlestücke, wie Arbeitgeber für Bewerber attraktiv werden: Wohlbefinden und mitarbeiterorientierte Personalarbeit, flexible Arbeitsorganisation, motivierende Lohnpolitik, inspirierende und aktivierende Kultur, digitale Arbeitsplätze sowie Talentmanagement und Rekrutierung für nachhaltige Karrieren.

Das mobile Arbeiten bietet für knapp 73 Prozent der Befragten mehr Vor- als Nachteile. So empfindet die Mehrheit (64 Prozent) die eigene Arbeit außerhalb des Büros als produktiver. Bei der Zusammenarbeit mit Kollegen sieht die Situation ähnlich aus: Die Hälfte der Befragten erwartet durch die neue Form der Kooperation eine Produktivitätssteigerung.

Gleichzeitig entstehen durch die neue Arbeitsweise auch Herausforderungen: 65 Prozent der Befragten geben beispielsweise an, sich beim ortsunabhängigen Arbeiten seltener krankzumelden, auch wenn der Anlass dazu besteht. Außerdem arbeiten 43 Prozent länger, wenn sie remote tätig sind.

Zwei bis drei Tage Home Office gilt als Optimum

Da 46 Prozent der Beschäftigten ihre Aufgaben auch im Home Office oder unterwegs erledigen können, ist das mobile Arbeiten keine Seltenheit mehr. Etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) der befragten Mitarbeiter bevorzugt es, an zwei bis drei Tagen pro Woche auf diese Möglichkeit zurückzugreifen. Weiteren 13 Prozent reicht ein Tag und acht Prozent wollen lieber wieder Vollzeit vor Ort arbeiten. Dementgegen stehen 12 Prozent, die sich wünschen, vollständig remote zu arbeiten. Der Wunsch nach ortsunabhängigem Arbeiten hängt zudem vom Wochentag ab: Vor allem am Freitag (32 Prozent), Montag (29 Prozent) und Donnerstag (14 Prozent) arbeiten die Befragten gerne außerhalb des Büros.

Wie die Umfrage zeigt, ist es vielen Arbeitnehmern wichtig, ihre Kollegen regelmäßig persönlich zu treffen. Unternehmen stehen damit vor der schwierigen Aufgabe, die verschiedenen Interessen ihrer Belegschaft in einer neuen Kultur für das hybride Arbeiten zu vereinen.

Knapp ein Drittel wünscht sich Remote-Work-Hilfe

Regelmäßiges mobiles Arbeiten ist erst seit Corona in vielen Unternehmen zum Alltag geworden. Deshalb besteht vielerorts noch ein Bedarf an Best Practices und Anleitungen. Laut Umfrage wünschen sich 27 Prozent der deutschen Arbeitnehmer mehr Tipps für den Alltag. Bei Mitarbeitern in Managementpositionen ist diese Nachfrage größer (36 Prozent) als bei Nicht-Managern (23 Prozent).

„Mobiles Arbeiten schafft eine große Flexibilität hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben“, berichtet Bruce Fecheyr-Lippens, Chief People Officer bei SD Worx. „Gleichzeitig stehen Arbeitnehmer vor der Herausforderung, ihre Aufgaben richtig zu definieren und Grenzen zu setzen.“ Insbesondere die Zahlen zur Produktivität zeigten, dass die Menschen noch geteilter Meinung über die Auswirkungen der neuen Arbeitsweise sind. Jedes Unternehmen gehe mit dem Thema anders um: „Wir empfehlen, für mobiles Arbeiten eine Strategie zu entwickeln, die auf drei Säulen beruht: Produktivität, Austausch und Kompetenz“, erläutert Fecheyr-Lippens. „Stets müssen dabei der Einzelne und das Team berücksichtigt werden, denn jeder Mensch ist anders.“

Im Idealfall prüften Unternehmen genau, welche Teams durch die neue Form der Zusammenarbeit produktiver arbeiten und inwieweit die einzelnen Mitarbeiter und Manager über die nötigen Kompetenzen verfügen, um mit mobilem Arbeiten richtig umzugehen. Das Bedürfnis nach Kontakt mit Kollegen darf laut Fecheyr-Lippens nicht unterschätzt werden: „Ein guter Austausch bindet die Menschen an ihr Unternehmen. Festzulegen ist deshalb, wie Team-Mitglieder trotz räumlicher Trennung in Kontakt bleiben, was per Mail oder über eine Nachricht geklärt wird und wie oft Telefonate stattfinden sollen. Nur so kann die Arbeit für alle Involvierten überschaubar organisiert werden.“ Jürgen Frisch

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