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Low-Code bringt die Digitalisierung in die Fertigung

Die Schaeffler Gruppe hat mit Low-Code innerhalb von zwei Jahren die Softwarebereitstellung in der gesamten Wertschöpfungskette beschleunigt. Die interne Low-Code-Community hat 30 Anwendungen mit mehr als 4.000 Nutzern entwickelt.

Low Code
Quelle: ©jossnatu | istockphoto.com

Zulieferer: Automobil-, Industrie- und Luftfahrtunternehmen weltweit vertrauen auf Motoren, Radlager und Lenksysteme der Schaeffler Gruppe. Mit der Einführung der Low-Code-Plattform der Siemens-Tochter Mendix hat Schäffler die Entwicklungszeiten für Software verkürzt. In weniger als zwei Jahren hat das Unternehmen eine Low-Code-Community mit über 500 Beteiligten aufgebaut, die Anwendungen für das gesamte Unternehmen erstellen. Bis dato sind 30 Applikationen entstanden, die nicht nur manuelle Arbeiten, sondern auch Prozesse in der Fertigung digitalisieren.

Entwicklungskapazität und Softwarebereitstellung steigern

Die bei Schaeffler bis dato angewandte traditionelle Softwareentwicklung wird den Anforderungen des sich rasch wachsenden, digital ausgerichteten Unternehmens nur sehr eingeschränkt gerecht. Auf der Suche nach einer ergänzenden Lösung stießen die Verantwortlichen auf die Low-Code-Anwendungsentwicklung. Die Benchmark-Analyse von insgesamt sechs Plattformen konnte Mendix für sich entscheiden. Die Siemens-Tochter bot die vielfältigsten Anwendungsmöglichkeiten, um die Anforderungen von Schaeffler in der Fertigung zu erfüllen. Darüber hinaus überzeugte Mendix durch eine leistungsstarke integrierte Entwicklungsumgebung für professionelle Entwickler, die auch für Anfänger zugänglich ist, sowie durch einfache Integration von anderen Technologien und Kernsystemen. Auch die Bereitstellung von Anwendungen, die mit externen Anbieter- und Kundensystemen interagieren, unterstützt Mendix.

Dank der Cloud-Architektur von Mendix konnte Schaeffler eine Multi-Cloud-Strategie implementieren. Interne Anwendungen laufen in der privaten Cloud-Instanz von Schaeffler, externe Anwendungen in der Mendix Public Cloud. So werden die Sicherheitsrichtlinien in jedem potenziellen Anwendungsfall bestmöglich erfüllt.

Ein Center of Excellence ist für Best Practices zuständig

Die Schaeffler-Gruppe umfasst 84.000 Mitarbeitende. In einem Unternehmen dieser Größe lässt sich eine etablierte Methodik für die Softwareentwicklung nicht von heute auf morgen verändern. Schaeffler startete sein Mendix-Programm Ende 2021 und richtete zuerst ein Center of Excellence ein. Dieses Team ist für die Standards und Best Practices bei der Entwicklung zuständig, sowie für Sicherheits- und Integrationsrichtlinien. Das Team sitzt im Epizentrum der Low-Code-Entwicklungsarbeit – in einer Hub-and-Spoke-Struktur – die für Konsistenz sorgt und die unterschiedlichen Gruppen betreut, die Mendix-Anwendungen entwickeln; seien es Teammitglieder von Operations-IT, technologieaffine Mitarbeitende aus den Fachabteilungen oder externe Partner.

Papierbasierte Abläufe in den Werkshallen ablösen

Ebenfalls Ende 2021 entwickelte Schaeffler seine erste Anwendung. Das Leuchtturmprojekt, sollte eine gemeinsame Herausforderung innerhalb der Organisation adressieren und beispielhaft aufzeigen, was mit Mendix realisierbar ist. Ein klassischer Anwendungsfall, der in fast jedem Schaeffler-Werk zu finden ist: ein typischer Checklisten-Dokumentationsprozess für Kundenreklamationen. Dieser war zuvor papierbasiert und wurde nun in eine Workflow-basierte Anwendung umgewandelt.

Ehemals Papier- und Excel-basierte Prozesse in den Werkshallen sind bei Schaeffler einer der Hauptanwendungsfälle von Low-Code. Eine der größten Mendix-Anwendungen unterstützt 1.000 Mitarbeitende beim Überwachen der Maschinen und der Produktqualität. Traditionell war das ein manuell und uneinheitlich betriebener Prozess. Da die webbasierte Low-Code-Anwendung auf Tablets läuft, können die Mitarbeitenden nun einen Großteil dieser Arbeit in Echtzeit erledigen. Die zeitintensive doppelte Datenerfassung und -eingabe gehört damit der Vergangenheit an. Bald wird die Low-Code-Anwendung auf weitere 5.000 User ausgeweitet.

Hackathons fördern die Kollaboration

Die Community der Mendix-Entwickler:innen umfasst bei Schaeffler über 500 Personen. In wöchentlichen Best-Practice-Meetings werden Ideen, Hindernisse und Lösungen diskutiert. Ergänzend werden regelmäßig Hackathons durchgeführt, die allen Interessierten innerhalb der Organisation offenstehen.

„An unseren Hackathons haben inzwischen über 100 Mitarbeitende teilgenommen“, berichtet Jakob John, Spezialist Production Platform Solutions innerhalb der Operations-IT von Schaeffler. „Es war überraschend, wie schnell sich nach diesen Events lokale, regionale und internationale Low-Code-Communities gebildet haben. Die Hackathons, die vierteljährlich in Europa und Asien stattfinden, fördern bei den Teammitgliedern die Zusammenarbeit und Kreativität. Sie bieten auch Personen, die noch nie programmiert haben, eine gute Gelegenheit, über den Tellerrand der eigenen Abteilung hinauszublicken.“

„Was mich im Rahmen der unterschiedlichen Low-Code-Projekte am meisten beeindruckt hat, war, dass auch Kolleginnen und Kollegen ohne jegliche IT-Erfahrung nach nur drei Wochen Vollzeittraining mit Mendix Anwendungen erstellen konnten“, erläutert John. „Mit der Community steigern wir unsere Innovationsfähigkeit und setzen unternehmensweit neue Qualitätsstandards.“ Jürgen Frisch

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