E-Commerce Trend 1: Zunehmende Relevanz von Marktplätzen in B2B und B2C
Marktplätze gewinnen sowohl im B2B- als auch im B2C-Handel an Bedeutung. Sie bieten Unternehmen einen erweiterten und – im Hinblick auf Produkteinführungen sogar – schnelleren Zugang zu ihren Zielgruppen, weil sie eine breitere Kundenbasis erreichen. Besonders im B2B-Bereich lassen sich durch Marktplätze größere Reichweiten erzielen, spezialisierte Märkte erschließen und Beschaffungsprozesse stärker digitalisieren. So bringen Marktplätze beispielsweise verschiedene Lieferanten unter einem Dach zusammen und vereinfachen Transaktionen, wodurch sich die Effizienz erhöht. Zudem liefern Marktplätze wertvolle Daten aus Rezensionen und Analysen, anhand derer Unternehmen das Kundenverhalten besser verstehen – und für ihre Produktentwicklung sowie Vermarktungsstrategie nutzen können.
Was ist zu tun? Um Marktplätze bedienen zu können, müssen Unternehmen ihre Daten effektiv managen. Ein zentrales Produktdatenmanagement ist die Basis, um Produktinformationen effizient zu verwalten und zu syndizieren. Ein wichtiger Prozess dabei ist das Feed Management: das Verwalten, Optimieren und Verbreiten von Produktinformationen über verschiedene Verkaufskanäle und Plattformen. Dabei ist es entscheidend, die Produktinformationen an die spezifischen Anforderungen der verschiedenen Marktplätze anzupassen. Schließlich sollten Unternehmen die Marktplätze als Sprungbrett für den Aufbau einer direkten Kundenbeziehung (Direct-to-Consumer) und den Ausbau eigener E-Commerce-Kapazitäten nutzen. Um die Vorteile von Marktplätzen voll auszuschöpfen, sind eine professionelle Datenverwaltung und die Nutzung der gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen eines Product Experience Managements unerlässlich, um Angebote laufend zu verbessern und die Marktpräsenz zu stärken.
E-Commerce Trend 2: Das Ende von Third-Party-Cookies
Firefox und Safari sind vorangegangen, Google hat es für Ende 2024 angekündigt: das endgültige Aus der Third-Party-Cookies – eine gravierende Veränderung im E-Commerce. Die „Third-Party-Cookie-freie Zukunft“ bringt sowohl für Vermarkter als auch für Unternehmen ganz neue Herausforderungen mit sich. Bisher waren Third-Party-Cookies ein Kerninstrument im digitalen Marketing, um das Verhalten von Shop- und Websitebesuchern zu erfassen und entsprechend personalisierte Angebote auszuspielen. Eine HubSpot-Studie ergab bereits im Jahr 2022, dass für 41 Prozent der Marketer das Ende von Third-Party-Cookies eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre darstellt. Mit dem Wegfall von Third-Party-Cookies müssen Unternehmen ihre Strategie ändern, etwa auf First-Party-Daten und alternative Methoden setzen. First-Party-Cookies – also Daten, die ein Unternehmen über die Besucher der eigenen Website erhebt – werden an Bedeutung gewinnen und sogar wesentlich für den neuen Ansatz von Google sein. Viele Unternehmen mit eigener Website beziehungsweise eigenem Webshop verfügen bereits über eine große Menge an First-Party-Daten – jedoch müssen diese Daten aktiviert und intelligent genutzt werden, um dem Kunden weiterhin die wichtigen personalisierten Erlebnisse zu bieten.
Was ist zu tun? Kontextbasiertes Produktmarketing auf der Basis solcher eigenen Daten stellt eine effektive Lösung dar, indem es den Fokus auf die Situation und Bedürfnisse der Kunden in Echtzeit legt. Diese Methode nutzt kontextualisierte Produktinformationen, um relevante und ansprechende Kundenerlebnisse zu schaffen, ohne sich auf das Tracking des Nutzerverhaltens über verschiedene Websites zu verlassen. Vielmehr werden hier eben First-Party-Daten eingesetzt, um das Informations- und Produktangebot für den Kunden maßzuschneidern. Durch Interaktionen und Angebote entsprechend der aktuellen Situation des Kunden können Unternehmen langfristige Verbindungen schaffen und gleichzeitig die Datenschutzbestimmungen einhalten. Dieser Ansatz bietet ein personalisiertes Kundenerlebnis, das auf der Kontextualisierung statt auf invasivem Tracking basiert, was zu einer gesteigerten Kundenzufriedenheit und stärkerem Engagement führt.