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9 Schritte verbessern die betriebliche CO2-Bilanz

Am umweltfreundlichen Wirtschaften führt künftig kein Weg vorbei. Kunden verlangen nach grünen Produkten, zudem erzwingen Vorschriften ein Umdenken.  Worauf sollten die Verantwortlichen achten, wenn sie ihre CO2-Bilanz verbessern wollen, wo lauern Fallstricke, und welche Rolle spielt die Unternehmenskultur?

betriebliche CO2-Bilanz
Quelle: ©Appolinary Kalashnikova | unsplash.com

Die betriebliche CO2-Bilanz eines Unternehmens zu verbessern, ist mit zahlreichen Maßnahmen möglich. Einige sind sofort umsetzbar, andere brauchen einen langen Atem. Der IT-Dienstleister NTT DATA beleuchtet die Themenbereiche Energiebedarf, Produktionsprozesse und die Unternehmenskultur.

1. Auf grünen Strom umsteigen

Wer auf Ökostrom setzt, spart Emissionen, die bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehen würden. Da allerdings in Deutschland derzeit nur rund 50 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen, ist es für energieintensive Unternehmen sinnvoll, zumindest einen Teil ihrer Energie selbst zu produzieren. Zum Einsatz kommen dabei typischerweise Solaranlagen, Blockheizkraftwerke, Biomasse- oder Windkraftanlagen.

2. Den Energiehunger zügeln

Am klimafreundlichsten ist es, weniger Strom zu verbrauchen. Bezogen auf die IT bedeutet das, den Energiebedarf durch effizientes Design und optimierte Prozesse so gering wie möglich zu halten. In Rechenzentren gilt es beispielsweise, den Energieverbrauch von Infrastruktur und Kühlsystemen durch den Einsatz moderner Komponenten zu senken und die Abwärme für die Beheizung von Büro- und Wohngebäuden oder die Warmwasserbereitung zu nutzen.

3. Messen, um zu verbessern

Ein intelligentes Data Center Infrastructure Management, das die Leistung des Rechenzentrums automatisiert, erfasst sowie steuert, hilft dabei, die Energie- und die CO2-Bilanz weiter zu verbessern. Eine exakte Prognose der IT-Lasten ermöglicht beispielsweise das vorausschauende Zu- und Abschalten von Kühlsystemen. Andere Lösungen unterstützen den Umstieg auf eine nachhaltigere Datenspeicherung: Sie eliminieren Dubletten, ordnen Daten den passenden Medien zu und reduzieren so den Bedarf an Infrastruktur.

4. Alle CO2-Emissionen erfassen

Erst wenn die Unternehmen die notwendigen Daten mit Hilfe intelligenter Technologien in Echtzeit erfassen und auswerten, bekommen sie Klarheit, an welchen Stellschrauben sie drehen müssen, um den eigenen Betrieb nachhaltiger zu gestalten. Dazu gehören auch die Scope-3-Emissionen, also die Umweltbelastungen entlang der Lieferkette, die ohne IT-gestützte Lösungen nur schwer zu erfassen und zu steuern sind.

5. Einen geschlossenen Kreislauf schaffen

Weniger Abfall produzieren, sparsam mit vorhandenen Ressourcen umgehen, nachwachsende Rohstoffe nutzen, Reparaturfähigkeit fördern und ausrangierten Produkten ein neues Leben schenken – an diesen Prinzipien der Kreislaufwirtschaft sollten sich Unternehmen orientieren, um die schädlichen Auswirkungen bisheriger Wirtschaftsmodelle zu minimieren. Aus recycelten Kunststoffen lassen sich beispielsweise Gehäuse für Computer herstellen. Festplatten enthalten beispielsweise Aluminium, das nach dem Recycling wiederverwendet werden kann.

6. Produkten ein zweites Leben schenken

Ebenso wichtig ist es, dass ein Produkt möglichst lange genutzt wird. Im Rahmen von Refurbishing-Services nehmen beispielsweise die großen IT-Hersteller ihre Rechner und Systeme am Ende der Vertragslaufzeit zurück und bringen sie generalüberholt wieder auf den Markt. Das schließt eine professionelle Löschung der Daten, den Austausch defekter Teile und das Aufspielen eines aktuellen Betriebssystems ein.

7. Das Design nachhaltig gestalten

Das Konzept des Recyclings stößt derzeit jedoch schnell an Grenzen: Wertvolle Materialien wie Seltene Erden, Tantal, Indium oder Gallium lassen sich nur aufwändig separieren. Darüber hinaus erschwert das sogenannte „Downcycling“ die Wiederverwendung, da die Qualität der recycelten Stoffe fast immer schlechter ist als die des Ausgangsmaterials. Notwendig ist daher eine ganzheitliche Betrachtung des Lebenszyklus eines Produktes. Hier wird bereits beim Design Einfluss auf Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit genommen.

8. Nachhaltigkeit als Business-Ziel setzen

Die zahlreichen regulatorischen Vorgaben machen die betriebliche CO2-Bilanz zu einem Governance-Aspekt, der von ganz oben getrieben werden muss. So verpflichtet die neue Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU rund 15.000 Unternehmen in Deutschland zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Das Management muss also eine Strategie definieren und im nächsten Schritt Nachhaltigkeitsindikatoren festlegen, die aktuellen CO2-Emissionen erfassen, Einsparpotenziale analysieren und Verbesserungsmöglichkeiten in konkrete Maßnahmen umsetzen.

9. Die Unternehmenskultur überdenken

Soll die betriebliche CO2-Bilanz verbessert werden, müssen Unternehmen ihre Mitarbeitenden mit ins Boot holen. Während für die einen eine positive CO2-Bilanz eine Selbstverständlichkeit ist, verbinden andere damit eher eine Öko-Kultur, abseits eines wirtschaftlichen Mehrwerts. Hilfreich ist es, eine Arbeitsgruppe zu gründen, in die Beschäftigte ihre Ideen zu Themen wie Umweltschutz und Klimaneutralität einbringen können.

„Unternehmen werden künftig an ihrem Beitrag zum Klimaschutz gemessen“, betont Kai Grunwitz, CEO Germany & Regional Leader DACH bei NTT Ltd. „Wer sich allerdings nur auf die Erfüllung unmittelbarer Compliance-Anforderungen konzentriert, verpasst Chancen. Nur Betriebe, die ihre ESG-Daten strategisch betrachten und für Innovation und Rationalisierung nutzen, können ihren Marktwert steigern.“ Der Weg dorthin ist allerdings mit Stolpersteinen gepflastert – nachhaltig zu leben ist oft leichter gesagt als getan. Die IT-Branche treibt laut Grunwitz den Wandel in Richtung Nachhaltigkeit aktiv voran. Innovative Technologien ermöglichen die Analyse der Geschäftsaktivitäten und deren Auswirkungen auf unsere Umwelt. Transparente und effiziente Prozesse sparen Energie, vermeiden Abfall und senken den CO2-Ausstoß. Jürgen Frisch

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