SaaSpocalypse: In den vergangenen Wochen wurde in der Tech-Branche viel darüber diskutiert, wie sich Agentic AI und Business-Software künftig zueinander verhalten – und ob Agentic AI die klassische Business-Software ersetzt. Wer nun verwirrt ist, weil wir rasant schnell übergegangen sind von „Software frisst die Welt“ zu „Wir brauchen keine Software mehr“, der ist nicht allein. Eine derartige Übertreibung kann leicht passieren, wenn Märkte, Anbieter und Unternehmen in einem großen Durcheinander mit massiven Unsicherheiten agieren. Selbst die Experten sind nervös und verunsichert – und da kann schon mal die kleinste Neuigkeit wie die Präsentation eines innovativen KI-Features heftige Überreaktionen auslösen.
Angefangen hat der Hype mit zwei unbestreitbaren Tatsachen. Erstens: KI-Agenten verändern die Art und Weise, wie Unternehmen mit Kunden interagieren und Arbeit erledigen. Zweitens: KI ist wirklich gut darin, Inhalte zu generieren, insbesondere strukturierte Informationen wie Software-Code. Parallel dazu haben sich allerdings zwei Denkfehler verfestigt, die die Diskussion in eine falsche Richtung gelenkt haben:
Irrtum 1: Durch die Anbindung an Daten erhalten KI-Agenten alle Informationen, um geschäftliche Abläufe zu steuern.
Der leitende Angestellte einer Bank sagte mir kürzlich: „Ich kann mein Geschäft nicht allein auf Basis von Agenten und Daten führen. Ich brauche Kontrollfunktionen, Audits, Regeln und transparente Schritte.“ Recht hat er. Unternehmen sollten nicht versuchen, ihre KI-Agenten nur mit Daten zu betreiben. Stattdessen müssen sie diese mit Regeln, Prozessen, Workflows und Audit-Funktionen verbinden. Nur dann können sie Künstliche Intelligenz in Kundeninteraktionen und zur Automatisierung von Prozessen einsetzen. Und sicherstellen, dass KI-Agenten jedes Mal das Richtige tun.