KI-Trends 2026: Fünf Entwicklungen prognostizieren die Experten von Pegasystems in diesem Jahr für Künstliche Intelligenz.
1. Große Sprachmodelle werden zum Alltagsprodukt
Der Markt für große Sprachmodelle wird langsam erwachsen, aber mit Langeweile ist dennoch nicht zu rechnen. Auf der einen Seite bemühen sich Anbieter wie OpenAI um Diversifizierung und wollen im Hardware-Bereich mitspielen, etwa bei Chips, KI-Bricks für Rechenzentren oder intelligenten Geräten für Verbraucher. Auf der anderen Seite nutzen Tech-Giganten wie Google ihre vertikalen Stacks und finanziellen Ressourcen, um einen Chip-Riesen wie NVIDIA herauszufordern. Darüber hinaus können jederzeit neue Anbieter auf der Bildfläche erscheinen. Die besten Chancen, sich durchzusetzen, haben innovative Newcomer, denen es gelingt, aus der Spirale auszubrechen, in der eine höhere Modellqualität nach immer mehr Rechenleistung und Trainingsdaten verlangt. Da überdies chinesische Modelle wie DeepSeek und Qwen im Open-Source-Bereich an Momentum gewinnen, ist der Weg frei für ein breites Angebot an Basismodellen, die gut, günstig und schnell sind. Dadurch werden große Sprachmodelle austauschbar und ein Stück weit zu einem Alltagsprodukt.
2. Die Regulierung wird nicht verschwinden
Viele Unternehmen und Politiker plädieren dafür, die Regulierung Künstlicher Intelligenz zurückzufahren. Tatsächlich arbeitet die EU-Kommission mit Digital Omnibus an einer Vereinfachung und Abschwächung des AI Act. Aber diese Änderungen sind noch nicht beschlossen und reichen zudem weniger weit, als es scheint. Im Grunde werden nur Fristen verschoben, Ausnahmen für mittelständische Unternehmen ausgeweitet und die Pflicht zum Aufbau von einschlägigen Kompetenzen für Systeme mit begrenztem oder minimalem Risiko von einer Anforderung zu einer Empfehlung herabgestuft. Das sind positive Signale für die Wirtschaft. Der grundlegende risikobasierte Ansatz des AI Act bleibt jedoch bestehen. Unternehmen müssen daher die entsprechenden Anforderungen mit ihren intelligenten IT-Systemen erfüllen. Solange die neuen Vorschriften nicht beschlossen sind, gelten zudem die ursprünglichen Fristen. Um Unsicherheiten zu vermeiden, sollte die EU ihren Vorschlag zügig finalisieren und verabschieden.
3. Geduld beim Return on Investment prägt die KI-Trends 2026
In der zweiten Jahreshälfte 2025 wurde verstärkt darüber diskutiert, ob GenAI-Projekte jemals den erhofften Mehrwert bringen. Verschiedene Studien kamen zu dem Ergebnis, dass sich die hohen Investitionen für die meisten Unternehmen bislang nicht auszahlen. Das wirft Fragen auf, ob der große Hype rund um Künstliche Intelligenz vorbei ist und 2026 ein Jahr der Enttäuschung wird. Oder, ob vielleicht die Ernüchterung nach der vorherigen Aufregung nur natürlich ist.
Letztlich wird 2026 wohl ein Übergangsjahr werden, in dem die Erwartungen wieder realistisch sind. Ein Jahr, in dem Künstliche Intelligenz vor allem dort ihren Wert beweist, wo sie in Prozesse eingebunden ist, um die betriebliche Effizienz und den Service zu verbessern. Solche Projekte benötigen Zeit und sind nicht in wenigen Monaten abgeschlossen. Die übliche Dauer liegt eher bei zwölf bis 18 Monaten. Zudem verlangen die Projekte nach sorgfältiger Vorbereitung und Umsetzung, vor allem in Bereichen wie Daten, Prozesse und Change Management. Schnelle und einfache Lösungen, wie manche Anbieter sie gerne versprechen, bringen nur selten einen signifikanten Return on Investment.