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Clever digitalisieren: KI & Co bereichern Business Software

Die Digitalisierung hat die Art, wie wir leben und arbeiten, grundlegend verändert: Dezentrales Arbeiten und Videokonferenzen sind in vielen Berufsfeldern zur Normalität geworden, Maschinen kommunizieren miteinander und mit dem Werkleiter. Dies wird möglich, weil neue Technologien, verbunden mit Cloud Computing, Big Data und Künstlicher Intelligenz, die Digitalisierung und Vernetzung aller Bereiche des gesellschaftlichen Lebens vorantreiben. Für Unternehmen bietet der Einsatz moderner Technologien viele Chancen, aber das Zusammenspiel zwischen digitalisierten Prozessen und der eingesetzten Software darf dabei nicht leiden.

Quelle: ©tawanlubfah | Adobe Stock

Für Unternehmen bietet diese Welle der digitalen Transformation viele Chancen: Es entstehen neue Märkte, Geschäftsmodelle und Services, Kosten werden reduziert und Abläufe beschleunigt. Ein Beispiel aus der Industrie für erfolgreiches Geschäftsmodell, das erst durch die Nutzung digitaler Technologien möglich geworden ist, ist die erweiterte Realität.

Aus der Ferne vor Ort

Eine Technologie, die vor allem in der Industrie gut angenommen wird, ist „Augmented Reality“: Diese Technologie macht man sich gezielt in der Reparatur oder Instandhaltung zu Nutzen. In der Regel gibt es einen Spezialisten, der den Techniker via Augmented Reality in Service und Instandhaltung unterstützt. Zum Einsatz kommen dabei Tablets, Smartphones oder Datenbrillen. So können gerade Techniker mit weniger Erfahrung durch den Einsatz von Augmented Reality bei der Wartung oder Reparatur unterstützt und gleichzeitig geschult werden.

Datendrehscheibe ERP

Dieses Beispiel zeigt, mit welchen technologischen Möglichkeiten die Digitalisierung der Geschäftsprozesse vorangetrieben werden kann. Dabei müssen Unternehmen im Blick behalten, dass sich das volle Potenzial der Digitalisierung erst dann entfalten kann, wenn die Prozesse entsprechend umgestellt sind und die digitale Technologie gut in die eingesetzte Software-Landschaft eingebunden ist. Insbesondere muss das ERP-System so aufgestellt sein, dass es sämtliche Prozesse und Anwendungen steuern und diese in den betriebswirtschaftlichen Kontext des Unternehmens integrieren kann.

Denn ERP-Lösungen sind typischerweise die führende Instanz oder auch die „Single Source of Truth“ im Hinblick auf die wichtigsten Stamm- und Bewegungsdaten eines Unternehmens. Dort werden alle relevanten logistischen, betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Informationen zusammengeführt. Durch die Vernetzung von Produkten und Maschinen entstehen viele neue Daten, die nach einer Verdichtung, z. B. durch Big-Data-Algorithmen in der Cloud, in das ERP-System zurückgeführt werden. Zusätzlich liefern ERP-Lösungen Kontextinformationen für andere Systeme, mit denen sich die Daten interpretieren lassen. Damit fungiert ERP als Datendrehschreibe zwischen den Systemen.

Betrachtet man die Veränderung des Aufgabenspektrums, für das ERP-Software in den letzten acht Jahren eingesetzt wurde, dann nimmt die Durchdringung betrieblicher Aufgaben mit ERP-Software in vielen Bereichen zu. Das gilt z. B. in Bereichen der Datenerfassung
(z. B. Betriebs-, Personal- und Maschinendaten), im Projektmanagement, in der Instandhaltung und für die Aufgaben des Kundenbeziehungsmanagements (CRM), des After-Sales-Services und des Dokumentenmanagements. Der ERP-Einsatz steigt also vor allem in Bereichen, die eng mit der Kundenauftragsabwicklung verbunden sind.

„Künstliche Intelligenz“

Immer häufiger werden dabei Ansätze und Methoden der „Künstlichen Intelligenz (KI)“ eingesetzt. Gerade im CRM-Bereich ist die KI wohl auch für Laien am ehesten sichtbar – so bekommt man auf Webseiten Hilfe durch Chatbots angeboten, die dem Nutzer Fragen beantworten, ihn durch ein Antragsformular leiten oder bei Registrierungsprozessen unterstützen.

Künstliche Intelligenz ist in aller Munde und dennoch als Begriff nicht einheitlich definiert und oft ist ihr Einsatz eben nicht so deutlich sichtbar. Da überrascht es nicht, dass der Begriff – abseits von so plakativen Beispielen wie dem Chatbot – für viele abstrakt und der Nutzen der KI für die eigenen Geschäftsprozesse schwer greifbar bleibt.

Im Rahmen der Studie „ERP in der Praxis“ wurden die ERP-Anwender nach der Relevanz aktueller Themen und Trends im Software-Umfeld befragt. Themen wie Machine-Learning (KI), Augmented Reality oder Robotic Process Automation schnitten dabei eher schlecht ab und rangieren weit abgeschlagen hinter Themen wie Datensicherheit, Compliance oder Usability/ Software-Ergonomie am Ende der Skala. Gut 30 Prozent der Teilnehmer bewerten KI sogar als „gar nicht relevant“ oder können mit dem Thema/Begriff nichts anfangen. Dabei stellte sich heraus, dass die Relevanz für KI-Technologien auf Seiten der ERP-Anwender ein wenig steigt, wenn man die KI „sichtbar“ macht, indem man ihnen konkrete Einsatzszenarien vorgibt. So wird die automatische Korrektur bzw. die Vervollständigung von Kundenstammdaten von rund 43 Prozent der Teilnehmer als äußerst oder sehr relevant eingestuft. Das „Business Process Mining“ sowie die „automatische Anpassung von Dispositionsparametern“ folgen mit rund 34 Prozent auf den Plätzen.


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