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Der Hybrid-Cloud-Boom stärkt Colocation-Anbieter

Sensitive Daten im eigenen Haus und weniger kritische Informationen in der Cloud – diese Idee treibt laut einer ISG-Studie den Markt für Managed-Services-, Managed Hosting- und Colocation in Deutschland und der Schweiz. Die Nachfrage nach Hybrid-Cloud-Lösungen hält an.

Hybrid Cloud
©gorodenkoff, istockphoto.com

In stark regulierten Branchen wie der Finanzwirtschaft wächst die Attraktivität der Hybrid Cloud laut IDG derzeit besonders stark. „Viele Anwender sehen in dieser Betriebsvariante das Mittel der Wahl, um sensitive Daten und Applikationen eher in einer privaten Umgebung zu betreiben und für weniger kritische Workloads die Vorteile der Public Cloud zu nutzen“, berichtet Heiko Henkes, Director und Principal Analyst bei der ISG. „Anwenderunternehmen können so ihren Bedarf an Sicherheit und Compliance mit den Kosten- und Flexibilitätsvorteilen von Public-Cloud-Angeboten in Einklang bringen.“

Die zunehmende Verschmelzung der Leistungsportfolios von Rechenzentrums- und Cloud-Dienstleistern unterstützt diese Entwicklung. So zum Beispiel im Colocation-Sektor, wo der steigende Bedarf an Edge Computing und das Interesse an rechenzentrums-Leistungen mit einer besseren Umweltbilanz die Nachfrage derzeit treiben. Hinzu kommt, dass zahlreiche Private-Cloud-Angebote eine hohe Marktreife erreicht haben. Beispielsweise im Hinblick auf die Anforderungen eines Cloud-Native-Tooling. Zudem lassen sich die Angebote mit Hyperscaler-Diensten anreichern, sodass das Look & Feel und die Basisfunktionalitäten der Public Cloud auch in der Private Cloud verfügbar werden.

Die Ergebnissee entstammen der  Studie „ISG Provider Lens Private/Hybrid Cloud – Data Center Services 2023“, die das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Information Services Group in zwei Ausgaben für Deutschland und die Schweiz veröffentlicht hat. ISG untersucht darin das Portfolio und die Wettbewerbsstärke von mehr als 100 Dienstleistern, die Managed-Services, Managed Hosting und Colocation-Services für Großunternehmen, Mittelständler und öffentliche Verwaltungen bieten.

Auch die IT-Industrie selbst nutzt Colocation

Die Nachfrage nach hybriden Cloud-Lösungen ist breit gefächert. Wie weit die Diversifizierung bereits reicht, zeigt sich gerade auch im Bereich der Colocation Services. Deren stärkstes Standbein besteht zwar auch weiterhin dort, wo Anwenderorganisationen den Entschluss fassen, eigene Rechenzentrumskapazitäten abzubauen, um dann beim Gebäudemanagement und bei der Konnektivität massiv an Kosten zu sparen. Zumal einzelne Unternehmen zu selten die notwendigen „Economies of Scale“ erreichen. Neben dieser klassischen Klientel, der Kunden aller Branchen und Größenklassen angehören, nehmen aktuell auch große Teile der IT-Industrie die Dienste der Colocation-Kollegen in Anspruch.

Das betrifft neben Service Providern aller Art vor allem auch die Gruppe der Cloud-Hyperscaler. Speziell außereuropäische Public Cloud Provider nutzen die Option, sogenannte Availablility Zones anzumieten, um europäischen Kunden DSGVO-konforme Leistungen anbieten zu können. Jüngstes Beispiel ist der Markteintritt von Amazon Web Services in der Schweiz im vergangenen Jahr. Dieser erfolgte ausschließlich über die Zusammenarbeit mit drei Colocation-Providern aus dem Großraum Zürich. Ein ähnliches Vorgehen zeigt sich bei chinesischen Hyperscalern wie zum Beispiel Alibaba oder Tencent.

Mit über 60 Rechenzentren ist Frankfurt nach London der zweitgrößte Colocation-Standort in Europa. Die Bedeutung der Mainmetropole als wichtigstes kontinentaleuropäisches Finanzzentrum und das Vorhandensein des zentralen europäischen Internetknotens DE-CIX sorgen dafür, dass gerade hier besonders hohe Rechenzentrumskapazitäten geschaffen werden. Deutliche Zuwächse verzeichnen inzwischen auch die Regionen München und Berlin sowie mit etwas Abstand Dresden, Düsseldorf, Hamburg, Leipzig und Stuttgart. Die zunehmende Regionalisierung zeigt die hohe Bedeutung der räumlichen Nähe, die sich viele Kunden zum Datacenter ihrer Wahl wünschen. Dies geschieht zum einen aus administrativen Gründen, um schnellen Zugriff auf die eigene Hardware zu haben. Zum anderen aber auch, um Edge-Computing-Infrastrukturen für Low Latency Workloads aufzubauen.

ISG vergleicht 99 Anbieter in sechs Segmenten

Die Studie ‚ISG Provider Lens Private/Hybrid Cloud – Data Center Services Germany 2023‘ bewertet die Fähigkeiten von insgesamt 99 Anbietern in sechs Marktsegmenten (Quadranten): ‚Managed Services for Large Accounts‘, ‚Managed Services for Midmarket‘, ‚Managed Hosting for Large Accounts‘, ‚Managed Hosting for Midmarket‘, ‚Colocation Services for Large Accounts‘ und ‚Colocation Services for Midmarket.‘

Den Anbieter PlusServer stuft die Studie in drei Marktsegmenten als „Leader“ ein. Arvato Systems, Atos, Axians, CANCOM, Claranet, DATAGROUP, Deutsche Telekom GK, Kyndryl, q.beyond und T-Systems werden in jeweils zwei Quadranten als „Leader“ gewertet. Accenture, akquinet, All for One Group, Capgemini, Computacenter, CyrusOne, Datacenter One, Digital Realty (Interxion), DXC Technology, Equinix, Infosys, ITENOS, KAMP, maincubes, Materna, myLoc (WIIT), noris network, NTT DATA, NTT GDC, PFALZKOM, Rackspace Technology, STACKIT, Telehouse, TelemaxX und Wipro sind „Leader” in je einem Segment. Als ‚Rising Star‘ wertet ISG Datacenter Leipzig, SyntaxSystems und TCS in je einem Marktsegment. Nach Definition von ISG handelt es sich dabei um Unternehmen mit vielversprechendem Portfolio und hohem Zukunftspotenzial. Jürgen Frisch

 

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