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Die Lieferketten werden vielerorts neu justiert

Rohstoffe sind gerade knapp und die Logistik brüchig. Viele mittelständische Produktionsbetriebe organisieren daher ihre Lieferketten neu. Eine wichtige Rolle spielt dabei unternehmensweite Standardsoftware (Enterprise Resource Planning/ERP).

Quelle: Nataliya Hora | www.nataliyahora.com

Einkauf und Beschaffung haben sich in den vergangenen 24 Monaten massiv verändert. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, Rohstoffmangel und Lieferengpässe haben aufgezeigt, dass eine Digitalisierung auch für den Bereich Supply Chain Management und Einkauf vonnöten ist. „Vertrieb und Einkauf sind meist weit voneinander entfernt, haben aber analoge Herausforderungen, nämlich den besten Preis zu erzielen bei einer rechtzeitigen Lieferung“, berichtet Christian Biebl, Geschäftsführer des Standardsoftwerkers Planat. „Das reicht von der Anlieferung der Rohstoffe bis hin zum Ausliefern der Erzeugnisse eines Betriebs. Daher ist präzise Kalkulation und zielsicheres Management über eine ERP-Lösung notwendiger denn je.“

Der mittelstandszentrierte Softwarehersteller Planat ist seit mehr als 40 Jahren auf den produzierenden Mittelstand fokussiert und bietet mit FEPA eine ERP-Plattform, die Geschäftsabläufe in einem Unternehmen steuern und optimieren kann.

Datensilos verhindern übergreifende Planung

Viele kleine und mittlere Unternehmen arbeiten noch immer mit Silos – Datenbanken, Microsoft-Excel-Tabellen und unterschiedlichen Subsystemen. Dort lagern wertvolle Daten, oftmals vor dem Auge anderer Mitarbeiter verborgen und daher nicht nutzbar für die Planung oder für Verhandlungen mit Lieferanten oder die Angebotserstellung für Kunden. Schon vor der Corona-Pandemie traten diese Ineffizienzen der Datensilos zutage.  So wurden Bestandspuffer künstlich aufgestockt und Informationsverzögerungen verursacht. Hinzu kommt: Je mehr einzelne Systeme im Einsatz sind, desto höher fallen die Kosten für deren Betrieb und Wartung aus.

Angesichts knapper Kalkulationen sind die Puffer nicht mehr üppig genug, um diese Gelder weiter auszugeben. „Supply Chain Workflows müssen Teil einer kollaborativen Plattform sein, die keine Silos kennt und produktions-, abteilungs- und unternehmensübergreifend den Austausch ermöglicht“, erklärt Biebl. „Da ERP als Kern eines Unternehmens gelten kann, kommt kaum eine andere Plattform in Frage.“

Zulieferer und Transitzeiten stehen im Fokus

Aufgrund von Materialengpässen in der Corona-Pandemie leiden manche Unternehmen seit Monaten. Entscheider fragen sich vermehrt, ob sie künftig weiter auf die alten Lieferantenbeziehungen und Logistikketten setzen sollen. Viele Logistikexperten analysieren und bewerten gerade Zulieferer, Transitzeiten und das eigene Bestell- und Beschaffungsmanagement neu. „Listenpreise sind heute nicht mehr relevant, vielmehr sind Kosten und Verfügbarkeit in Einklang zu bringen“, erläutert Biebl. „Nach und nach wird auch das direkte Geschäft – Direct to Consumer – interessant, anstatt sich auf bekannte Vertriebs- und Beschaffungswege zu verlassen.“ Einem Unternehmen, das diesen Kanal noch nicht optimiert hat, dem könne die Konkurrenz schnell enteilen.

Eine besondere Rolle dürfte künftig die Losgröße 1 spielen – also das Geschäft mit Produkten „on demand“ in Einzelauflage. Spätestens dabei ist die Prozessoptimierung per ERP unumgänglich – denn dieses Geschäftsmodell funktioniert nur mit effizienten, schnellen und agilen Abläufen innerhalb von Produktion und Verwaltung. Jürgen Frisch

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