Technologische Innovation und der deutsche Mittelstand haben noch nicht so recht zusammengefunden. Bereits 2021 attestierte eine Studie der KfW diesen Betrieben im internationalen Vergleich viel zu geringe IT-Investitionen im Mittelstand. Für ein Aufschließen an die führenden Nationen wären zum damaligen Zeitpunkt Investitionen in doppelter und sogar dreifacher Höhe notwendig gewesen. Das hat nicht stattgefunden, und auch 2023 hat sich keine Besserung im internationalen Ranking eingestellt. Deutschland landete weiter abgeschlagen auf Platz 23. Für eine an sich wettbewerbsfähige Volkswirtschaft, die zu großen Teilen auf einem umsatzstarken Mittelstand aufbaut, sind das keine guten Nachrichten.
Viele deutsche Unternehmen scheuen nach wie vor die notwendigen IT-Investitionen und fühlen sich allem Anschein nach in der IT-Steinzeit wohl. Das hat mehrere Gründe: Zum einen besitzen die meisten Unternehmen noch funktionierende IT-Systeme, die im täglichen Gebrauch gute Arbeit leisten und nicht den Anschein vermitteln, gegen modernere Lösungen ausgetauscht werden zu müssen. Das Prinzip ‚Never change a running system‘ kann sich sich in der schnelllebigen IT-Welt allerdings zu einem sehr kostspieligen Problem entwickeln. Nicht der freie Fall ist hier das Problem, sondern der Aufschlag. Der droht, wenn vernachlässigte und veraltete Software irgendwann das Limit der Belastbarkeit erreicht und die Instandhaltungskosten durch die Decke gehen.