Viele KI-basierte Technologien haben sich inzwischen als unverzichtbare Hilfsmittel in unserem Alltag etabliert. Das fängt bei Navigationsgeräten oder Sprachassistenten an und hört bei den Empfehlungsalgorithmen von Streamingdiensten in Suchmaschinen oder Online-Shops noch lange nicht auf. Auch Unternehmen setzen zunehmend auf KI, 56% sind es laut einer Studie von McKinsey & Company – Tendenz steigend. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz soll das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) zudem bis 2030 zusätzlich um durchschnittlich 1,2 Prozentpunkte pro Jahr steigen. Das ist ein weitaus höherer Wachstumseffekt als bei vorhergehenden Innovationen wie der Dampfmaschine (0,3 Prozentpunkte), dem Industrieroboter (0,4 Prozentpunkte) und der Verbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologie (0,6 Prozentpunkte). Auch im Bereich des Prozessmanagements eröffnet KI Unternehmen zahlreiche Möglichkeiten, um ihre Geschäftsprozesse noch effizienter und qualitativ hochwertiger zu gestalten. Im Umfeld von Process Mining, also der datenbasierten Prozessanalyse, kennt man den Einsatz von KI bereits. Doch auch andere Bereiche wie die Prozessautomation, Prozessgestaltung oder Prozessoptimierung können und werden in Kürze stark von dieser Technologie profitieren.
Mit KI-gesteuertem Prozessmanagement die Herausforderungen der digitalen Zukunft meistern
Der Begriff Prozessmanagement (engl. Business Process Management, kurz: BPM) beschreibt die Koordination von Geschäftsprozessen, um die Effizienz und Effektivität von Unternehmen zu steigern. Primär geht es darum, Prozesse zu analysieren und zu verbessern, neue Prozesse reibungslos zu implementieren und deren Leistung zu überwachen. Prozessmanagement stellt heute einen wesentlichen Faktor für den Erfolg eines Unternehmens dar, unabhängig von seiner Größe und Branche.
Angesichts der beispiellosen und stetig wachsenden Datenmenge im Zeitalter der digitalen Transformation stehen Unternehmen drei wesentlichen Herausforderungen gegenüber:
• Datenkomplexität: Die zu analysierenden Prozessdaten steigen nicht nur in ihrer Quantität, sondern auch in ihrer Komplexität und machen die Analyse und Interpretation für Unternehmen zu einer herausfordernden Aufgabe.
• Systemintegration: Viele Unternehmen verwenden immer noch unterschiedliche, nicht integrierte Systeme und Anwendungen. Diese sogenannten Datensilos behindern die Prozessoptimierung oder erschweren sie zumindest.
• Mangelnde Flexibilität: Um in einem unvorhersehbaren Geschäftsumfeld wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen flexibel agieren können. Viele klassische Prozessabläufe sind allerdings starr und lassen sich nur schwer an neue Anforderungen anpassen.
Das (klassische) Prozessmanagement, wie es heute noch viele Unternehmen praktizieren, greift in Anbetracht der neuen Marktgegebenheiten oft zu kurz. Die Masse an Daten, die es zu verarbeiten gilt und die Geschwindigkeit der Veränderungen am Markt, haben schon viele Firmen eingeholt und überrollt. Das reibungslose Zusammenspiel von menschlicher und künstlicher Intelligenz wird daher für den Unternehmenserfolg in Zukunft entscheidend sein. Die disruptiven Möglichkeiten einer KI lassen sich im Business Process Management entlang aller Stufen der Prozesstransformation nutzen und werden die Art und Weise, wie Unternehmen Ihre Prozesse gestalten, grundlegend revolutionieren.