Die Migration von Integrationsplattformen stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Dennoch ist sie oft notwendig – etwa wenn die bestehende Plattform auf einer mittlerweile veralteten Technologie basiert, Lizenzänderungen des bisherigen Anbieters wirtschaftlich nicht mehr tragbar sind oder wenn eine neue Version auf einer anderen Architektur aufsetzt, die ein einfaches Upgrade unmöglich macht. Unabhängig davon bietet die Ablösung aber auch die Chance, Mehrwerte freizusetzen.
Verborgene Risiken bei der Migration von Integrationsplattformen
Besonders herausfordernd an Migrationsprojekten ist, dass sie zentrale Systeme betreffen, deren Ausfall sich direkt auf das operative Geschäft auswirken kann. So haben Unternehmen ihre Integrationsplattform meist tief in die IT-Infrastruktur eingebettet und über Jahre hinweg mit immer mehr Business-Anwendungen verbunden. Den Aufwand, die Plattform abzulösen, unterschätzen viele Unternehmen. Die Integrationsplattform arbeitet stets im Zusammenspiel mit den umliegenden Systemen, die für einen reibungslosen Datenaustausch verknüpft werden müssen. Hier lauern Risiken, wenn die Verantwortlichen nicht über ausreichende Erfahrungen mit der alten und der neuen Plattform verfügen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Architekturen stark voneinander abweichen.
Eine umfassende Analyse der Leistungen der alten und neuen Plattform sowie der bestehenden Integrationspunkte, Schnittstellen und Prozesse ist unerlässlich. Zudem muss ein vollständiger Überblick über die gesamte IT-Landschaft mit allen Komponenten, Systemen und Daten erarbeitet werden. Das Ergebnis dieser Analyse mündet in einer Aufwandsabschätzung, in die noch ein Puffer von 15 bis 20 Prozent für unvorhersehbare Schwierigkeiten einkalkuliert wird. Auch der Blick in die Zukunft ist entscheidend: Daher sollten die für die nächsten drei bis fünf Jahre geplanten Business-Initiativen und deren Auswirkungen auf die Software-Landschaft in die Aufwandsabschätzung einbezogen werden.