Für den Report „The State of AI in Automotive 2025–2026“ von HTEC wurden weltweit 267 C-Level-Führungskräfte aus der Automotive-Branche befragt, darunter auch Entscheider aus deutschen Unternehmen. Die Ergebnisse der Umfrage zeigen: Viele deutsche Automotive-Unternehmen haben die Experimentierphase hinter sich gelassen. 85 % der deutschen Befragten gaben an, dass Künstliche Intelligenz (KI) in ihrem Unternehmen bereits produktiv genutzt wird. Zum Einsatz kommt sie unter anderem in fortschrittlichen Fahrassistenzsystemen, beim autonomen Fahren, in Connected-Car-Services. Außerdem wird KI für Predictive Maintenance und die Optimierung von Produktionsprozessen genutzt. Damit ist Künstliche Intelligenz in vielen Unternehmen nicht mehr nur Zukunftsthema, sondern Teil des operativen Geschäfts.
Gerade in der Automotive-Industrie ist KI keine reine Softwarefrage, sondern eine Systemherausforderung. Entscheidend ist, wie gut Unternehmen KI über Hardware, Software, Edge-Umgebungen und Cloud-Infrastrukturen hinweg integrieren – unter hohen Anforderungen an Sicherheit, Latenz und Zuverlässigkeit.
Defizite bei der KI-Skalierung
Bei der unternehmensweiten Skalierung von Künstlicher Intelligenz zeigen sich jedoch noch Defizite. Nur rund ein Drittel (34 %) der deutschen Führungskräfte gibt an, dass KI-Systeme bereits in mehrere Funktionen oder Produkte integriert sind. Der Rest setzt Künstliche Intelligenz bislang nur fragmentiert in isolierten Anwendungsfällen, Pilotprojekten oder Tests ein und hat sie nicht in unternehmensweite Workflows und Systeme integriert. Dadurch bleibt ein erheblicher Teil des wirtschaftlichen Potenzials ungenutzt.
Der KI-Skalierung stehen noch zahlreiche Barrieren im Weg. Die größte davon ist laut der deutschen Umfrageteilnehmer die mangelnde Abstimmung des Managements hinsichtlich der KI-Strategie (55 %). Weitere Hürden sind die Integration in bestehende Prozesse und Systeme, fehlende Priorisierung von KI-Funktionen und -Bausteinen sowie Unsicherheit hinsichtlich Business Case und ROI von KI-Investitionen (jeweils 50 %).