Forschung stark, Umsetzung schwach
Erneut zeigt der Innovationsindikator 2025 eine der zentralen Herausforderungen der hiesigen Wirtschaft auf: Bei der Innovation in Deutschland verharrt die Bundesrepublik auf Platz 12, während Länder wie die USA, Großbritannien und Frankreich stark aufholen. Hiesige Unternehmen sind Weltspitze, wenn es darum geht, Wissen zu erzeugen – aber nur Mittelmaß, wenn es darum geht, aus den Forschungsergebnissen praktischen Wert zu gewinnen. Anders gesagt: Es hängt mal wieder an der Umsetzung. Eine weltweit führende Forschung trifft auf Strukturen, die eine effiziente Übersetzung in die Praxis schlichtweg behindern. Während Forschungserfolge etwa in den USA oder Asien rasch in handfesten Output übersetzt werden, bleibt Deutschland in der Transferzone zwischen Theorie und Praxis stecken.
Eine große Hürde für die Innovation in Deutschland: Viele Unternehmen behandeln neue Technologien weiterhin als isolierte Projekte und nicht als Bestandteil ihrer DNA. Das gilt insbesondere für Künstliche Intelligenz. Noch problematischer wird es dadurch, dass diese Technologie häufig als reines IT-Thema und losgelöst von der Geschäftsstrategie betrachtet wird, und nicht als zentraler Hebel für Wertschöpfung. Dieser Ansatz führt dazu, dass Unternehmen zwar Pilotprojekte starten, allerdings sind diese kaum skalierbar, weil weder die nötige Finanzierung noch die Einbindung des C-Levels sichergestellt ist. Genau hier entsteht der Bruch, weil neue Lösungen zwar erforscht, aber nicht konsequent in Prozesse, Produkte und Entscheidungen integriert sind. Ohne diese grundlegende Änderung in der Haltung gegenüber KI & Co. bleibt jeder Innovationsimpuls Stückwerk.