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Zehn Trends beeinflussen 2026 die Lieferketten

Modulare Netzwerke, Multisourcing, Nearshoring, strategische Lagerhaltung, Risikomanagement, Echtzeit-Simulationen und Cyberresilienz – diese Trends beeinflussen in diesem Jahr die Lieferketten. Ein Treiber dafür sind intelligente IT-Systeme.

Supply-Chain-Trends 2026
Quelle: Remira

Supply-Chain-Trends 2026: In der Supply Chain nimmt Künstliche Intelligenz bald eine Schlüsselrolle ein. Agentische IT-Systeme analysieren Daten in Echtzeit, steuern operative und strategische Entscheidungsprozesse und automatisieren das Sourcing. Unternehmen steigern dadurch ihre Effizienz und mindern zudem Risiken.

Parallel dazu rückt das Thema Diversifizierung in den Fokus. Geopolitische Spannungen, regulatorische Anforderungen und ein volatiler Markt führen dazu, dass Unternehmen ihre Beschaffungsstrategien neu ausrichten und verstärkt auf Multi-Sourcing sowie Nearshoring setzen, um flexibler und unabhängiger zu agieren.

REMIRA, Anbieter für Softwarelösungen im Bereich Supply Chain und Omnichannel Commerce, sieht noch sechs weitere Supply-Chain-Trends 2026, die die Lieferketten beeinflussen.

Supply Chain Management – Neue Funktionen am Softwaremarkt
Autor: Dr. Hans-Hermann Wiendahl, Andreas Kluth, Tobias Schröer, Jokim Janssen | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), Stuttgart
Erschienen: 2022-04-11
Schlagworte: Anbietermarkt, Industrie 4.0, Logistik, Produktionsplanung, Supply Chain Management, Wertschöpfungskette
SCM-Software ist heute zur Unterstützung der übergreifenden Herstellabwicklung zwischen den Unternehmen bzw. Unternehmensstandorten etabliert. Der Blick in die Praxis verdeutlicht allerdings unterschiedlichste Leitideen, Anforderungsschwerpunkte und Lösungsansätze. Außerdem setzen die Softwareanbieter verschiedenste Branchen- und Funktionsschwerpunkte, was die Vergleichbarkeit zusätzlich einschränkt. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über ein SCM-Funktionsmodell zur durchgängigen standortübergreifenden und -internen Herstellabwicklung zur Bewertung der verfügbaren SCM-Software.

1. Cloud-basierte Integration und intelligente IT-Agenten

Künstliche Intelligenz unterstützt mittels Agenten die Planungs- und Entscheidungsprozesse. Unternehmen konsolidieren hierzu Daten via Middleware, Data Warehouses oder Data Lakes. Ziel ist es, durch Cloud-Technologien Sicherheit, Effizienz und Echtzeit-Zugriff zu gewährleisten.

2. Diversifizierung durch Nearshoring

Um geopolitischen Risiken sowie Tarif‑ und Transportkosten besser zu begegnen, verstärken Unternehmen Multi‑Sourcing‑Strategien. Dabei setzen sie vermehrt auf regionale Lieferanten.

3. Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Transparenz

Environmental, Social and Governance (ESG) sowie Transparenzpflichten rücken stärker in den Fokus. Nachhaltigkeit, ethische Arbeitsbedingungen und CO₂-Reporting entwickeln sich zu entscheidenden Kriterien bei der Auswahl von Lieferanten.

4. Modulare Liefernetzwerke

Flexible, rekonfigurierbare Netzwerke mit regionalen Puffern ermöglichen eine schnelle Reaktion auf Störungen in der Lieferkette.

5. Strategische Lagerhaltung

„Just‑in‑Case“ statt „Just‑in‑Time“: Vor dem Hintergrund zunehmender Volatilität bauen Unternehmen verstärkt Sicherheitsbestände auf, um Lieferengpässe besser abzufedern.

6. Risikomanagement vor Kostenoptimierung

Produktion und Beschaffung werden näher an die Konsumenten verlagert – damit rückt das Risikomanagement stärker in den Fokus als die reine Kostenoptimierung.

7. Sales and Operations Planning mit Echtzeit‑Simulation

Grundlegende Digitalisierung, Integration und Harmonisierung von Organisation und End-to-End-Prozessen schaffen die Basis für effiziente und nachhaltige Lieferketten – unterstützt durch präzise Szenarien-Analysen.

8. Planung & Prognose mit Künstlicher Intelligenz

Um die Qualität von Bedarfsprognosen zu steigern, analysieren Logistikplaner mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz externe Einflussfaktoren wie beispielsweise Indexe.

9. Cybersecurity & Resilienz

Angesichts wachsender Cyber‑Bedrohungen wird die IT‑Sicherheit entlang der Supply Chain zur strategischen Priorität.

10. Mehr Automatisierung am Arbeitsplatz

Durch das Automatisieren von repetitiven Planungsaufgaben mittels Künstlicher Intelligenz definieren Unternehmen ihre Arbeitsweisen neu. Um dieses Optimierungspotenzial zu heben, qualifizieren sie ihre Mitarbeiter in Sachen intelligenter Software.

„Die Lieferketten stehen vor einem durchdringenden Paradigmenwechsel“, prognostiziert Birger Klinke, Vice President Sales Supply Chain bei REMIRA. „Die Globalisierung wird zunehmend durch Lokalisierung abgelöst. Unternehmen verlagern ihre Produktion näher an die Absatzmärkte, um Risiken zu reduzieren und Lieferketten robuster zu gestalten. Gleichzeitig steigen Lagerbestände, um der Volatilität des Marktes entgegenzuwirken.“

Das Harmonisieren von Sales- und Operations Planning mit Echtzeit-Simulationen gewinne an strategischer Bedeutung, da präzise Szenario-Analysen eine proaktive Steuerung sowie einen nachhaltigen Ressourceneinsatz ermöglichen. Darüber hinaus optimiere Künstliche Intelligenz die Prognosen entlang der gesamten Lieferkette unter Berücksichtigung diverser Einflussfaktoren wie Markt-Indexe, Zölle oder Energiepreise. „Eine präzise Steuerung ist für Unternehmen branchenübergreifend entscheidend – sowohl für ihre kurzfristige Wettbewerbsfähigkeit als auch für ihre mittel- bis langfristige Existenz“, erläutert Klinke. Da die Cyberangriffe zunehmen, werde auch die IT-Sicherheit zu einem Erfolgsfaktor in der Logistik. „Unternehmen investieren in Cyber-Resilienz, um ihre Netzwerke und Daten zu schützen.“

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