IT-Matchmaker news

US-Studie: 95 Prozent aller KI-Projekte sind Flops

95 Prozent der US-Unternehmen erzielen mit Künstlicher Intelligenz keine Erträge. Das berichtet eine Studie des Massachusetts Institute of Technology. Als Gründe für das Scheitern benennen die Forscher funktionale Defizite der Tools. Dennoch entwickelt sich vielerorts eine Schatten-IT.

Künstliche Intelligenz
Quelle: © Galeanu Mihai | istockphoto.com

GenAI-Kluft in Unternehmen: „Der Hype rund um Künstliche Intelligenz verspricht uns, dass sich alles zum Positiven ändert. Bei uns ist das nicht passiert. Wir bearbeiten lediglich einige Verträge schneller als vorher.“ Diese Aussage eines Chief Operating Officers aus einem mittelständigen Fertigungsbetrieb bringt die aktuelle Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) zu Künstlicher Intelligenz (KI) prägnant auf den Punkt. 

„Lediglich 5 Prozent der von uns untersuchten KI-Pilotprojekte bringt einen Mehrwert von mehreren Millionen Dollar“, schreiben die Autoren der MIT-Studie The GenAI Divide: State of AI in Business 2025. „Die überwiegende Mehrheit bleibt ohne messbare Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung.“ Die Ergebnisse unterscheiden sich sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Entwicklern, Anbietern und Beratungsunternehmen so stark, dass die Forscher von einer Kluft rund um generative Künstliche Intelligenz (GenAI) reden. Diese GenAI-Kluft in Unternehmen zeichnet sich durch eine hohe Akzeptanz dieser Technologie aus, aber durch sehr geringe Auswirkungen in Sachen Transformation und Digitalisierung. Laut Studie gibt es in den Unternehmen zwar viele Experimente, allerdings führen die wenigsten zu den erwünschten Veränderungen. 

Die Studie basiert auf einem multimethodischen Forschungsdesign, das zwischen Januar und Juni 2025 durchgeführt wurde. Die Forscher führten eine systematische Überprüfung von mehr als 300 öffentlich bekannt gegebenen KI-Initiativen durch, 52 strukturierte Interviews mit Vertretern von Organisationen aus verschiedenen Branchen und sammelten 153 Umfrageantworten von Führungskräften auf vier großen Konferenzen. Unternehmensspezifische Daten und Zitate wurden anonymisiert. Im Projekt NANDA (Networked Agents and Decentralized Architecture) entwickelt das MIT Infrastruktur und Protokolle für interoperable KI-Agenten, die lernen, zusammenarbeiten und messbare Geschäftsergebnisse liefern. 

Vertiefung: Softwareauswahl strukturiert angehen
smartRFI Trovarit

Die Weichen für sichere Anwendungen werden früh gestellt – oft schon bei der Auswahl der passenden IT-Systeme. Unstrukturierte Entscheidungen führen schnell zu Risiken in Architektur und Betrieb.

➡️ smartRFI – Der smarte Weg zur Auswahl der passenden Business-Software

Das KI-gestützte Tool hilft, Anforderungen systematisch zu erfassen, Anbieter strukturiert zu vergleichen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Nur 5 Prozent aller Tests enden produktiv 

Ein deutlicher Beweis für die GenAI-Kluft in Unternehmen ist die geringe Zahl erfolgreicher Projekte. Lediglich 5 Prozent der für Unternehmen individuell entwickelten KI-Werkzeuge erreichen die Produktionsreife. Die Ausfallrate von 95 Prozent begründet das MIT mit dem schwachen kontextuellen Lernen der Tools, fragilen Arbeitsabläufen und einer mangelnden Abstimmung der Initiativen mit dem Tagesgeschäft zurück.  

Auch die Skepsis der Nutzer gegenüber den Angeboten der Anbieter spielt eine große Rolle: „Wir haben uns dieses Jahr Dutzende von Demos angesehen“, berichtet ein Befragter. „Allenfalls ein oder zwei davon sind für uns wirklich nützlich.“ 

Geht es um erfolgreiche Projekte mit Künstlicher Intelligenz, hängt viel von der Unternehmensgröße ab. Während mittelständische Unternehmen etwa 90 Tage von der Pilotphase bis zur vollständigen Implementierung brauchen, dauert dieser Prozess bei große Unternehmen neun Monate oder länger. 

Große Unterschiede verzeichnet die MIT-Studie, wenn es um die Art der intelligenten Software geht: Allzweck-Tools testen viele Unternehmen und stellen dann fest, dass deren Auswirkungen begrenzt sind: Über 80 Prozent der Unternehmen haben nach eigener Aussage ChatGPT oder Microsoft Copilot getestet oder in Pilotprojekten eingesetzt, aber nur 40 Prozent haben diese Tools auch implementiert.“ Der Grund dafür: Diese Werkzeuge verbessern zwar die individuelle Produktivität der Mitarbeiter, zeigen aber keinen positiven Effekt auf den Gewinn der Unternehmen. Intelligente Systeme zum Steuern von Unternehmensabläufen haben 60 Prozent der Befragten evaluiert. Allerdings erreichen diese Systeme lediglich in 20 Prozent der Unternehmen die Pilotphase und nur in 5 Prozent die Produktionsreife. 

GenAI-Kluft in Unternehmen: Beim kontextuellen Lernen patzen die Tools

Die hoher Ausfallrate erklärt die Studie mit dem schwache kontextuellen Lernen der Werkzeuge: Die meisten Systeme für generative Künstliche Intelligenz speichern kein Feedback, passen sich nicht an den Kontext an und verbessern sich nicht im Laufe der Zeit. „ChatGPT vergisst den Kontext, lernt nicht und kann sich nicht weiterentwickeln“, bringt ein Anwender das zentrale Problem auf den Punkt.

Dieser Mangel mindert die Akzeptanz in bestimmten Anwendungsfällen: Anwender nutzen Large Language Modelle, die für Verbraucher gedacht sind, zwar häufig für Entwürfe, lehnen sie aber für unternehmenskritische Aufgaben ab, weil es an Speicherkapazität und Persistenz mangelt. „ChatGPT eignet sich hervorragend für das Brainstorming“, erklärt ein Befragter. „Allerdings fragt das System für jede Sitzung umfangreiche Angaben ab und wiederholt dann dieselben Fehler immer wieder. Es vergisst den Kontext und verbessert sich nicht, weil es nicht lernt.“ Für unternehmenskritische Aufgaben erwarten Anwender Systeme, die Wissen speichern und daher ihre Antworten im Lauf der Zeit verbessern. 

Trotz aller Mängel kommt Künstliche Intelligenz zunehmend zum Einsatz: Auch wenn die offiziell eingeführten Programme oft auf geringe Akzeptanz stoßen, entwickelt sich in vielen Unternehmen eine Schatten-IT. So geben zwar nur 40 Prozent der Befragten an, ein Large Language Model offiziell abonniert zu haben – gleichzeitig nutzen über 90 Prozent der Mitarbeitenden solche Tools regelmäßig in ihrer täglichen Arbeit. Offenbar greifen viele Beschäftigte eigenständig zu passenden Werkzeugen, selbst wenn unternehmensweite KI-Initiativen ins Stocken geraten. 

Der Autor

Verwandte Artikel

Der IT-Matchmaker® Newsletter erscheint alle 14 Tage und informiert Sie über Neues und Interessantes rund um den Einsatz von Business Software.

Aktuelle Marktübersichten

IT-Matchmaker®.guide KI-Lösungen für Business Software 2026

IT-Matchmaker®.guide ERP-Lösungen 2026

IT-Matchmaker®.guide Industrie 4.0 Lösungen 2026

Abschluss der Webinaranmeldung

Ihre gewählten Webinare

Information

Vielen Dank für Ihre Webinaranmeldung.

Wir prüfen die Verfügbarkeit und senden Ihnen in Kürze eine Mail mit den Webinardaten.

Anmeldung Webinare

Sie haben die folgenden Webinare ausgewählt:

Sie wollen Sich für mehrere Webinare gleichzeitig anmelden? Dann klicken Sie auf 'Weitere Webinare anzeigen‘ und setzen für jeden Termin einen Haken.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an. Wir schicken Ihnen einen Bestätigungslink per Mail. Bitte folgen Sie diesem Link, um die Anmeldung abzuschließen. Der Link verliert seine Gültigkeit nach 3 Tagen.

Information

Vielen Dank. Sie erhalten in Kürze eine E-Mail mit dem Link zur Vollendung der Anmeldung für unser Webinar.

Fehler

Der Link ist nicht mehr gültig

Bitte starten Sie die Registrierung / Anmeldung erneut.

Information

Alle Downloads sind jetzt freigeschaltet.

Wir haben Ihnen soeben einen Freischaltlink geschickt, mit dem Sie in Zukunft ohne erneute Registrierung auf alle Downloads zugreifen können.

Abschluss der Registrierung
Download-Freischaltung

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an. Wir schicken Ihnen einen Bestätigungslink per Mail. Bitte folgen Sie diesem Link, um die Registrierung abzuschließen. Der Link verliert seine Gültigkeit nach 3 Tagen.

Information

Vielen Dank. Sie erhalten in Kürze eine E-Mail mit dem Link zum Abschluss der Registrierung für unser Download-Center.