GenAI-Kluft in Unternehmen: „Der Hype rund um Künstliche Intelligenz verspricht uns, dass sich alles zum Positiven ändert. Bei uns ist das nicht passiert. Wir bearbeiten lediglich einige Verträge schneller als vorher.“ Diese Aussage eines Chief Operating Officers aus einem mittelständigen Fertigungsbetrieb bringt die aktuelle Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) zu Künstlicher Intelligenz (KI) prägnant auf den Punkt.
„Lediglich 5 Prozent der von uns untersuchten KI-Pilotprojekte bringt einen Mehrwert von mehreren Millionen Dollar“, schreiben die Autoren der MIT-Studie The GenAI Divide: State of AI in Business 2025. „Die überwiegende Mehrheit bleibt ohne messbare Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung.“ Die Ergebnisse unterscheiden sich sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Entwicklern, Anbietern und Beratungsunternehmen so stark, dass die Forscher von einer Kluft rund um generative Künstliche Intelligenz (GenAI) reden. Diese GenAI-Kluft in Unternehmen zeichnet sich durch eine hohe Akzeptanz dieser Technologie aus, aber durch sehr geringe Auswirkungen in Sachen Transformation und Digitalisierung. Laut Studie gibt es in den Unternehmen zwar viele Experimente, allerdings führen die wenigsten zu den erwünschten Veränderungen.
Die Studie basiert auf einem multimethodischen Forschungsdesign, das zwischen Januar und Juni 2025 durchgeführt wurde. Die Forscher führten eine systematische Überprüfung von mehr als 300 öffentlich bekannt gegebenen KI-Initiativen durch, 52 strukturierte Interviews mit Vertretern von Organisationen aus verschiedenen Branchen und sammelten 153 Umfrageantworten von Führungskräften auf vier großen Konferenzen. Unternehmensspezifische Daten und Zitate wurden anonymisiert. Im Projekt NANDA (Networked Agents and Decentralized Architecture) entwickelt das MIT Infrastruktur und Protokolle für interoperable KI-Agenten, die lernen, zusammenarbeiten und messbare Geschäftsergebnisse liefern.